Muggia: Ausflug in ein pittoreskes Fischerdorf
Muggia
Ausflug in ein pittoreskes Fischerdorf
Wenn ihr dem Trubel der Triester Altstadt mal kurz entfliehen entfliehen wollt, ist ein Ausflug nach Muggia genau das Richtige. Die istrischen und venzianischen Einflüsse sind unverkennbar und die Atmosphäre ein Genuss. Und wenn ihr das gleich mit einem Fahrradausflug verbinden wollt, ist Muggia eine tolle Basis für einen kurzen Trip, um an der Küste entlang nach Slowenien zu radeln. Auch dazu erzählen wir euch hier gerne noch mehr.
Inhaltsverzeichnis
Mit dem Boot nach Muggia
Am einfachsten geht es autofrei mit dem Delfino Verde – einem Boot, das euch direkt vom Molo Bersaglieri (das ist jener links vom Molo Audace) nach Muggia in die Altstadt bringt. Nähere Informationen findet ihr auf der Homepage von Delfino Verde, die aktuellen Abfahrtszeiten findet ihr hier. Delfino Verde ist auch ziemlich unkompliziert, was die Mitnahme von Fahrrädern betrifft: Klappräder sind gratis, große Räder kosten einen kleinen Betrag.
Die Zahlen dazu: Die Überfahrt dauert 30 Minuten ohne Zwischenstopp, die Linie fährt ganzjährig und täglich, auch an Feiertagen. Im Sommer kommen Abendfahrten dazu — 2026 vom 15. Juni bis 13. September. Tickets bekommst du über die App TPL FVG oder direkt an Bord, Sitzplätze lassen sich nicht reservieren. Wie das Ticketsystem in Triest generell funktioniert, steht unter unterwegs mit den Öffis.
Alternativ könnt ihr natürlich auch mit dem Auto fahren, denn vor Beginn der Altstadt gibt es auf der linken Seite direkt am Meer einen recht großen, aber kostenpflichtigen Parkplatz.
Empfehlung: selbstgeführter Stadtrundgang als Schnitzeljagd durch Muggia
Ihr wollt selbstgeführt und in eurem Tempo Muggia entdecken?
Dann ist unsere Schnitzeljagd genau das Richtige!
Muggia Sehenswürdigkeiten: Dom, Rathaus und Castello
Der Dom im Ortskern
Vor mehr als 1.000 Jahren, noch vor dem Jahr 1.000 nChr, entstand Borgolauro und daraus im 13. Jahrhundert Muggia. Der Dom im Ortskern kommt aus dieser Zeit, er wurde 1263 geweiht. Die Fassade ist wunderschön im venezianisch-gotischen Stil mit rechteckigen Marmorplatten. Über dem Portal seht ihr eine Skulptur der Dreieinigkeit, die flankiert ist von den Schutzheiligen Johannes und Paulus. In der Fensterrose könnt ihr mit gutem Auge ein Relief mit der Jungfrau Maria und Jesus erkennen. Eingerahmt ist sie von sechzehn Strahlen aus rotem Marmor und weißem Stein. Im Innenraum der Kirche gibt es drei Schiffe und vlt seht ihr ja im Mittelschiff auf der rechten Seite die Spuren von Fresken aus dem 14. Jahrhundert.
Das Rathaus
Das Rathaus wurde ursprünglich im 13. Jahrhundert erbaut, aber immer wieder umgebaut und restauriert worden. Die letzte große Restaurierung war nach einem Brand im Jahr 1930 notwendig. Die Wappen, die ihr hier seht, stammen von alteingesessenen Familien aus Muggia und einigen venezianischen Bürgermeistern. Außerdem seht ihr drei Markuslöwen.
Das Castello
Nach der Besichtigung des Doms empfehlen wir euch einen kleinen Spaziergang zum Castello – besichtigen könnt ihr es allerdings nur im Rahmen von Konzerten oder anderen Veranstaltungen. Das Castello wurden zwischen 1375 und 1399 im Auftrag des Patriarchen von Aquileia, Marquard von Randeck, erbaut. Gedacht war es zwar als Militärfestung, insbesondere gegenüber pro-venezianischen Stadtbewohnern Muggias. Letztlich wurde die Burg aber nie wirklich für militärische Zwecke genutzt. Laut Info der Commune di Muggia hatte die ursprüngliche Struktur zwei Türme: einen Hauptturm an der Ostseite und einen Richtung Westen. In der aktuellen Struktur bestehen weiterhin die Wehrgänge, die im Inneren der Mauern verlaufen, und die Schießscharten entlang der Burgzinnen. Die Fundamente des Ostturms sind während der Restaurierungsarbeiten im Jahr 1992 ans Licht gekommen. Die beiden Türme und die Zinnen haben dank regelmäßiger Renovierungen bis zum Fall der Republik Venedig (1797) überlebt.
Im 19. Jahrhunderte verwahrloste die Burg zunehmend, bis sie im Jahr 1901 neu übernommen wurde. Im Jahr 1904 wurde die Burg umgebaut, indem ein Obergeschoss zu Wohnzwecken erbaut wurde, das auch heute noch besteht und sich von den Außenwänden abhebt, wodurch es an den Hauptturm erinnert. Heute gehört die Burg zum Consorzio per la salvaguardia dei castelli storici del Friuli Venezia Giulia, dem Verband zum Schutz historischer Burganlagen in Friaul-Julisch Venetien
Die Kirche San Francesco
Auf eurem Spaziergang kommt ihr mit Sicherheit auch bei der Kirche San Francesco vorbei, die Anfang des 15. Jahrhunderts im Stil der Franziskaner-Gotik erbaut wurde und mit dem Franziskanerkloster verbunden war. Das Kloster wurde später jedoch aufgrund der napoleonischen Gesetze geschlossen.
Über dem Portal seht ihr eine Blende, in die eine Skulptur aus Kalkstein mit der Madonna mit Kind auf dem Thron eingefügt ist.
Im Inneren der Kirche gab es ursprünglich 5 Altare, von denen 3 noch vorhanden sind. Jener vorne stammt aus dem 17. Jahrhundert, ebenso wie die Tafel mit der Madonna mit dem Heiligen Gürtel neben dem Altar auf der linken Seite.
Die Tafel mit der Madonna lactans auf der linken Seite stammt aus dem 15. Jahrhundert.
Im Zuge eures Spaziergangs durch das alte Standzentrum werdet ihr viele tolle Ecken finden, die einfach wunderschön sind. An einigen Häusern könnt ihr Sandsteinblöcke als Teil der Hausmauern erkennen- diese sind oft Teil der ehemaligen befestigten Ringmauer rund um die Stadt, zum dem Castello gehörte.













Wenn ihr im Feber in der Gegend seid, dann soll der Karneval von Muggia „Carneval de Muja“ ein besonderes Erlebnis sein. Hier treffen sich angeblich die klassische venezianische Tradition mit Einflüssen der Halbinsel Istrien. Wer Karneval mag, sollte das einplanen 🙂
Die Habsburger Monarchie in Muggia
In Muggia wurde Ender der 1850-er Jahre die Stabilimento Tecnico Triestino gegründet. Sie war lt. Wikipedia die größte Schiffswerft der k. u. k. Monarchie, „die bis 1912 als einzige in der Lage war, die größten Schlachtschiffe der k. u. k. Kriegsmarine zu bauen. Mit dem Vertrag von Saint-Germain am Ende des Ersten Weltkriegs kam Muggia wie ganz Istrien 1919 an Italien. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geriet der Schiffbau in Muggia infolge des Ost-West-Konflikts und aufgrund der Randlage der Stadt am Eisernen Vorhang in die Krise.“
Lokal-Tipps Muggia
Abschließend noch ein paar Tipps für einen typisch italienischen kulinarischen Genuss:
Eis essen
Das Gangemi bietet sehr leckeres sizialianisches Eis (mein Lieblingseis ist übrigens Canolo – ein wahrer Traum). Das Gangemi ist wohl eine Zweigstelle des Gangemi in Triest, daher empfehle ich euch noch die Gelateria Jimmy – sie ist in Muggia mein Favorit – hier bekommt ihr quasi alles: Eis, Eistorte, Granita, u.v.m.
Beide Lokale befinden sich auf dem Platz vor dem Stadttor zum Meer.
Restaurants
Ein Top-Lokal, direkt nach dem Staddtor zum Meer und mit Blick auf´s Meer, ist angeblich das Sal de Mar – wenngleich nicht ganz günstig, aber mit Top-Qualität. Ihr solltet unbedingt einen Tisch reservieren, nähere Infos findet ihr hier
Direkt am Stadtplatz Guglielmo Marconi gegenüber vom Rathaus findet ihr das Marconi mit tollen Pizze und Fischgerichten. Nähere Infos findet ihr hier.
Und als letzten Tipp ein Restaurant mit Blick aufs Meer und Schwerpunkt Meeresfrüchte, die Trattoria alla marina – hier unbedingt Tisch reservieren!
Baden in Muggia
Was viele nicht auf dem Schirm haben: Muggia liegt auf der anderen Seite der Bucht, und dort ist das Wasser oft ruhiger als im offenen Golf — andere Strömung, anderer Wind. Wenn in Triest gerade Quallen unterwegs sind oder es dir an Barcola zu voll ist, lohnt sich der Wechsel. Der bekannteste Platz ist der Boa Beach. Alle Badeplätze der Gegend habe ich unter Strände in Triest gesammelt.
Häufige Fragen zu Muggia
Wo liegt Muggia?
Am südlichsten Zipfel der Bucht von Triest, direkt an der Grenze zu Slowenien. 12 km vom Stadtzentrum Triest entfernt.
Wie komme ich von Triest nach Muggia?
Mit dem Linienboot ab Molo Bersaglieri (30 Minuten Fahrt, ganzjährig täglich), mit Bus 20 (35 Minuten), oder mit dem Auto/Rad in 25 Minuten.
Was sollte ich in Muggia sehen?
Den venezianischen Stadtkern mit Marktplatz und Rathaus, die Borgo-Lazzaretto-Promenade, das Castello di Muggia auf dem Hügel und den Fischerhafen. Plus eines der besten Eis-Salons der Region.
Was ist Muggia-Karneval?
Einer der ältesten und traditionellsten Karneväle Italiens, mit Bauernkostumen, Festwagen, Musik und alten Bräuchen. Findet jedes Jahr vor Aschermittwoch statt.
Wie lange dauert die Fahrt mit dem Boot nach Muggia?
30 Minuten, ohne Zwischenstopp. Das Boot legt am Molo Bersaglieri an der Riva Nazario Sauro ab — ein paar Minuten zu Fuß von der Piazza Unità — und kommt direkt in Muggias Altstadthafen an. Die Linie fährt ganzjährig und täglich.
Wo isst man in Muggia gut?
Rund um den Hafen und die Piazza Marconi liegen die Lokale mit Blick aufs Wasser, in den Gassen dahinter die kleineren. Fisch ist hier selbstverständlich. Meine Adressen für Triest selbst — von Fischlokalen bis Buffet — stehen unter Essen in Triest.
Lohnt sich Muggia als Halbtagesausflug?
Ja, und zwar genau als solcher. Die Altstadt ist klein, du gehst sie in gut einer Stunde ab. Rechne mit einer halben Stunde Überfahrt in jede Richtung, einer Stunde Rundgang, einer Stunde Essen — dann bist du bei rund vier Stunden und hast den Rest des Tages noch für Triest selbst.
Muggia lässt sich zu Fuß in einer guten Stunde erkunden — und mit ein paar Rätseln im Gepäck macht das gleich doppelt Spaß.
Muggia auf eigene Faust entdecken
Du möchtest eine Stadt mit Rätseln und Geschichten entdecken statt mit dem Reiseführer in der Hand? Bei ixpirity haben wir digitale Schnitzeljagden gebaut, die dich selbstgeführt durch die Gassen führen — keine fixe Uhrzeit, kein Treffpunkt, einfach am Smartphone in deinem Tempo. Eine Tour dauert 1,5 bis 2 Stunden, kostet 9,90 € pro Person und gibt es in fünf Sprachen.
Alle Touren im Überblick: Schnitzeljagden in Triest und Friaul
