Die Orte der Familie Lampert
Jede Adresse aus dem Stammbaum — und was heute dort ist.
Was hier steht. Aus den Kirchenbüchern von Götzis, Nofels, Rankweil, Warth, Stuben und Fließ und aus einem Berliner Standesamtsregister ist jede Ortsangabe herausgezogen, die konkret genug ist, um sie auf einer Karte zu suchen — eine Hausnummer, ein Weiler, eine Kirche. Zu jeder steht, wer dort wann gelebt, geheiratet oder getauft wurde, und was heute an dieser Stelle ist.
Warum manche Nummer nicht mehr passt. In Götzis wurden die Häuser mehrmals neu gezählt. Bis etwa 1818 tragen die Häuser in Meschach kleine Nummern wie 9, 16 oder 18. Von etwa 1829 bis 1854 stehen dieselben Familien auf Nummern wie 342, 356 oder 361, einer Zählung über die ganze Pfarre. Im Kataster von 1857 ist Meschach wieder neu durchnummeriert, von 399 bis 417 — und diese Zählung galt mindestens bis 1863. Die Tobler Nummern 291 und 343 von 1895 und 1909 gehören zu einer noch späteren Reihe. Heute gibt es Straßennamen: „Meschach“ mit den Nummern 1 bis 25, „Oberes Tobel“ und „Unteres Tobel“.
Wie sich alte Häuser trotzdem finden lassen. Der Schlüssel ist der Franziszeische Kataster von 1857. Sein Bauparzellenprotokoll nennt für jedes Haus die Bauparzelle, den Besitzer und die damalige Hausnummer — und die Bauparzellen gibt es im Grundbuch zum großen Teil bis heute. So wird aus „Meschach Nr. 414“ die Bauparzelle 448 und daraus die heutige Adresse Meschach 17. Das klappt nur für Nummern aus der Zählung von 1857; für ältere und jüngere Nummern fehlt noch das passende Häuserverzeichnis.
Woher die Angaben kommen. Jede österreichische Adresse wurde im amtlichen Adressregister des Bundesamts für Eich- und Vermessungswesen (BEV) abgefragt, Stichtag 1. April 2026 — samt der Grundstücksnummer. Die Bauparzellenprotokolle von Götzis, Nofels und Klösterle stammen aus dem Franziszeischen Kataster (Vorarlberger Landesarchiv, transkribiert im Projekt „Franzi“ auf Transkribus), die Lage der Häuser wurde auf der Urmappe von 1857 im Vorarlberger Landes-GIS (VoGIS) geprüft. Die Berliner Adresse stammt aus dem amtlichen Adressverzeichnis des Landes Berlin. Wo eine Nummer nicht zuzuordnen war, steht das dabei — geraten wurde nicht.
Götzis — Tobel, Meschach, Schwende 19 Orte
In der Pfarre Götzis passiert fast alles: Hier lebten die Lampert, Martin, Bell, Marte, König und Drexler, oft nur ein paar Häuser voneinander entfernt. Die Hausnummern der Kirchenbücher gehören zu mindestens vier verschiedenen Zählungen — und keine davon gilt heute noch. Meschach 1 ist heute übrigens die Kirche St. Wolfgang, 1881–1883 neu gebaut.
Tobel, 6840 Götzis — heute „Oberes Tobel“ und „Unteres Tobel“ · keine Hausnummer überliefert
Ort existiertDer Hof der Martin — hier beginnt die Männerlinie. Am 16. November 1713 heiratete Joannes Marti aus Schwendi die Margaretha Ender „de Tobel“ und zog auf ihren Hof. Ihre Tochter Anna Maria kam hier am 12. August 1714 zur Welt, und 1738 heiratete der junge Jacobus Lampert in diesen Hof ein. Am 27. Oktober 1749 wurde ihr Sohn Georg getauft — im Taufbuch steht in der Ortsspalte ausdrücklich „Tobl“. Joannes und Margaretha sind Vorfahren der Brüder Johannes, Thomas und Michael in der 8. Generation.
Heute: Tobel ist kein eigener Ortsname mehr, sondern zwei Straßen: Das amtliche Adressregister führt Oberes Tobel (Nummern bis 28) und Unteres Tobel (Nummern bis 32). Welches Haus der Martin-Hof war, verraten die alten Einträge nicht — sie nennen vor 1784 keine Hausnummern.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
„Götzis ob Tobl“, Haus Nr. 78
Nummer abgeschafftHier starb am 21. Februar 1786 Jacobus Lampert, 74 Jahre alt, „am Schlag“ — seit zwanzig Jahren Witwer. Er war 1738 als junger Mann ohne Hof in die Familie Martin eingeheiratet und ist nie wieder aus Tobel weggegangen. Woher er kam, verrät kein einziger Eintrag. Vorfahr der Brüder Johannes, Thomas und Michael in der 7. Generation.
Heute: Eine Nummer 78 gibt es in Tobel nicht mehr — die Straßen Oberes und Unteres Tobel enden bei 28 und 32. Die Häuser der Pfarre wurden seit dem 18. Jahrhundert mehrmals neu gezählt; welche Parzelle die alte Nr. 78 war, zeigt nur der historische Kataster.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Haus Nr. 18 — Meschach oder Tobel — Trauschein 1813 und Sterbeeintrag 1818
Ortschaft unklarAuf dieser Nummer lebten Vater und Sohn. Georg Lampert, getauft 1749 in Tobel, starb hier am 24. März 1818 an „Entkräftung“ — Vorfahr der Brüder Johannes, Thomas und Michael in der 6. Generation. Und als sein Sohn Johann Michael, der Schullehrer, am 10. Juni 1813 Katharina König heiratete, wohnte er ebenfalls auf Nr. 18; Trauzeuge war „Georg Langgart = Vater“.
Heute: Eine Adresse Meschach 18 gibt es wieder — aber in einer ganz neuen Zählung, die mit der von 1818 nichts zu tun hat. Dazu kommt: Das Sterbebuch schreibt „Tobel“, das Sterberegister „Meschach“. Die Nummer ist sicher, der Weiler nicht.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Möschach Nr. 356 — 1836 und 1843 · Zählung um 1829–1854
Wahrscheinlich Meschach 19Das Haus des Schullehrers. Hier wurde am 8. Februar 1836 Franz Joseph Lampert getauft, Ururgroßvater der Brüder Johannes, Thomas und Michael — sein Vater Johann Michael war da 57, die Mutter Katharina König 41. Und hier starb Johann Michael am 23. Oktober 1843 mit 66 Jahren.
Heute: Die Nummer 356 gehört zu einer Zählung, die um 1855 aufgegeben wurde. Im Kataster von 1857 steht aber „Lampert Michaels Witwe“ auf der Bauparzelle 450 — sehr wahrscheinlich Katharina König, die ihren Mann um 36 Jahre überlebte. Diese Parzelle ist heute Meschach 19. Ist die Witwe nicht umgezogen, dann ist das Haus von 1836 und 1843 das heutige Meschach 19 — belegt ist das nicht.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
„Möschach“ Nr. 342 · Spur, nicht bewiesen
Nummer abgeschafftHier starb am 12. März 1844 eine Katharina Langgart, 84 Jahre alt. Alter und Ort passen genau auf Katharina Bell, die 1777 Georg Lampert geheiratet hatte — der Eintrag nennt aber weder Ehemann noch Mädchennamen. Dass sie es ist, ist wahrscheinlich, nicht bewiesen.
Heute: wie Nr. 356 — die Nummer gehört zu einer Zählung, die es nicht mehr gibt.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Meschach Haus Nr. 16, später Nr. 17 — damals „Meschach · Haus 17“
Nummer neu vergebenDas Haus von Johann Lampert und Ignatia Dobler, Vorfahren der Brüder Johannes, Thomas und Michael in der 6. Generation. Geheiratet haben sie im April 1785, da wohnte das Paar auf Nr. 16, Trauzeuge war Jörg Langgart, ein Bauer. Auf Nr. 17 kam am 23. Jänner 1796 ihre Tochter Josepha zur Welt, und bei der Firmung am 20. Oktober 1802 stehen hier drei Kinder: M. Ana, Josepha und Matthäus.
Heute: Meschach 16 und 17 gibt es als Adressen wieder — die Nummern von 1785 und 1796 sind aber längst ersetzt. Ob Johann 1796 umgezogen ist oder nur das Haus neu gezählt wurde, ist offen. Das heutige Meschach 17 steht dort, wo Josepha 1862 starb (siehe unten) — dass es auch ihr Geburtshaus war, lässt sich nicht belegen.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Meschach Haus Nr. 9 — das zweite Lampert-Haus im Weiler
Nummer neu vergebenNur ein paar Häuser weiter saß eine zweite Familie Lampert. Joseph Lampert heiratete am 30. Mai 1792 die Johanna Drexler aus Hohenems und brachte sie hierher. Bei der Firmung 1802 stehen auf Nr. 9 fünf Kinder — darunter ebenfalls eine Josepha. 1814 wurde hier Josef Anton geboren. Josephs Tochter Maria Johanna ist über die Familie Marte Vorfahrin der Brüder Johannes, Thomas und Michael in der 5. Generation. Schon 1786 war auf Nr. 9 ein Johann Lampart gestorben, 70 Jahre alt, „Ehemann der Ana Lampartin“ — sehr wahrscheinlich Josephs Vater.
Heute: Meschach 9, 9a und 9b sind heutige Adressen, aber in einer neuen Zählung — welches Haus 1792 gemeint war, lässt sich nicht mehr sagen. Kurios: Das heutige Grundstück Meschach 9 ist im Kataster von 1857 das Schulhaus von Meschach.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Meschach Haus Nr. 5 — und 1794 „Haus 20“
Nummer neu vergebenDas Haus von Mathis König und Ana Maria Drexler, den Eltern der Katharina König — Vorfahren der Brüder Johannes, Thomas und Michael in der 6. Generation. Katharina selbst wurde am 3. Juli 1794 getauft, damals noch auf Haus Nr. 20; Taufpate war ein Johannes Lampert. Neunzehn Jahre später heiratete sie den Schullehrer Johann Michael Lampert.
Heute: Meschach 5 und 5a sind heutige Adressen — in neuer Zählung. Die Nummer 20 von 1794 lässt sich keinem heutigen Haus zuordnen.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Meschach Haus Nr. 22 — Nebenschauplatz
Nummer neu vergebenVon hier holte sich Josepha Lampert ihren ersten Mann: Marx Bell, 22 Jahre, ledig, heiratete sie am 11. September 1814. Im Juni 1815 kam Theresia zur Welt. Marx starb vor 1831; 1831 heiratete Josepha als Witwe den Steinhauergesellen Joseph Anton Bell — und erst aus dieser zweiten Ehe stammt die Linie der Brüder.
Heute: Meschach 22 ist eine heutige Adresse — in neuer Zählung.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Möschach Nr. 361 — 1843 und 1854 · Zählung um 1829–1854
Wahrscheinlich bei Meschach 18Der Haushalt der Familie Bell. Hier wurde am 13. August 1843 Adalgott Bell geboren — seine Mutter Josepha war da 47. Und von hier aus heiratete am 1. März 1854 sein Bruder Johann Michael Bell, 21 Jahre, die Katharina Büsel. Die beiden sind Ururgroßeltern der Brüder Johannes, Thomas und Michael.
Heute: Die Nummer 361 gehört zur Zählung, die um 1855 aufgegeben wurde. 1857 wohnt Josef Anton Bell, Josephas Mann, auf der Bauparzelle 449 (Nr. 415) — heute bei Meschach 18. Ist die Familie zwischen 1854 und 1857 nicht umgezogen, ist das dasselbe Haus.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Meschach 17, 6840 Götzis — damals „Meschach Nr. 414“
Existiert — neue AdresseHier starb am 26. Juni 1862 Josepha Lampert, 66 Jahre, 5 Monate und 3 Tage alt — das Mädchen von Haus 17, zweimal verheiratet, Mutter von mindestens fünf Kindern. Vorfahrin der Brüder Johannes, Thomas und Michael in der 5. Generation. Ihr Sterbetag steht heute noch als Randvermerk neben ihrer Taufe von 1796. Das Haus gehörte 1857 dem Mathias Büsel — aus der Familie Büsel stammte Katharina, die Frau ihres Sohnes Johann Michael Bell.
Heute: Die Nummer 414 stammt aus der Zählung von 1857. Im Kataster von 1857 ist Nr. 414 die Bauparzelle 448 — und genau dieses Grundstück trägt heute die Adresse Meschach 17. Ein schöner Zufall: Josepha wurde 1796 in einem „Haus 17“ geboren und starb 1862 dort, wo heute „Meschach 17“ steht — es sind aber zwei verschiedene Zählungen.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
bei Meschach 18, 6840 Götzis — damals „Möschach Nr. 415“
Lage bekanntHier wurde am 6. Dezember 1863 Johann Lampert geboren, der Sohn von Franz Joseph Lampert und Josefa Marte — der Urgroßvater der Brüder Johannes, Thomas und Michael. Das Haus gehörte 1857 dem Josef Anton Bell, dem Mann der Josepha Lampert: Johanns spätere Frau Franziska Bell war Josephas Urenkelin.
Heute: Nr. 415 der Zählung von 1857 ist die Bauparzelle 449. Sie ist im heutigen Kataster in einem Nachbargrundstück aufgegangen; das Gebäude stand unmittelbar nördlich des heutigen Adresspunkts Meschach 18.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
„Meschach“ Nr. 365
Nummer abgeschafftDas Haus des Johannes Marte. Am 18. Mai 1840 heiratete er die Maria Johanna Lampert von Nr. 9, und am 20. Dezember 1840 kam ihre Tochter Josefa Marte zur Welt — die 1863 Franz Joseph Lampert heiratete. Maria Johanna starb 1894 als „Witwe des Johann Marte“ mit 82 Jahren. Johannes und Maria Johanna sind Vorfahren der Brüder Johannes, Thomas und Michael in der 5. Generation.
Heute: Die Nummer gehört zur Zählung von etwa 1829 bis 1854, die im Kataster von 1857 bereits ersetzt ist. Ein Johannes Marte steht dort in Meschach nicht mehr als Hausbesitzer — welches Haus Nr. 365 war, bleibt offen.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
„Tobel“ Nr. 291 — 1895
Nummer abgeschafftHier wohnte Johann Lampert, als er am 13. Mai 1895 die Franziska Bell aus Meschach heiratete — die Urgroßeltern der Brüder Johannes, Thomas und Michael. Johann war Sticker: Die Familie lebte vom Sticken an der Handmaschine; ab 1915 wird Johann als Bauer geführt. Mit dieser Hochzeit kehrten die Lampert nach Tobel zurück, wo Jacobus 1738 angefangen hatte.
Heute: Die Nummer gehört zu einer Zählung, die erst nach 1863 eingeführt wurde. Im Kataster von 1857 tragen die Häuser in Ober- und Untertobel noch Nummern um 205 bis 237. Welches Haus „Tobel 291“ war, verrät nur ein Häuserverzeichnis dieser späteren Zählung.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
„Tobel“ Nr. 343 — 1909
Nummer abgeschafftDas Geburtshaus von Othmar Lampert, 15. Jänner 1909, getauft am Tag darauf — der Großvater der Brüder Johannes, Thomas und Michael. Hier wuchs er mit seinen Geschwistern auf.
Heute: dieselbe spätere Zählung wie „Tobel 291“. Die Nummer 343 des Katasters von 1857 bezeichnete ein ganz anderes Haus unten im Dorf — mit Othmars Geburtshaus hat sie nichts zu tun.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Schwende, 6840 Götzis — damals „Schwendi“ · keine Hausnummer überliefert
Ort existiertVon hier kam Joannes Marti, als er 1713 nach Tobel heiratete — der Trauschein nennt ihn „de Schwende“. Er ist der älteste belegte Vorfahr der Männerlinie, 8. Generation vor den Brüdern.
Heute: Schwende ist eine Straße in Götzis mit den Hausnummern 2 bis 12.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Alte Kirche St. Ulrich, 6840 Götzis — Pfarrkirche bis 1865
Kirche existiertBis 1865 war sie die Pfarrkirche von Götzis, und in ihre Zeit fällt fast die ganze Familiengeschichte: die Hochzeiten von 1713, 1738, 1785, 1792, 1813, 1831, 1840, 1854 und 1863, dazu die Taufen der Kinder aus Tobel, Meschach und Schwendi.
Heute: Die Alte Kirche steht noch — ein gotischer Bau von 1340, 1509 erweitert, mit wiederentdeckten Fresken. Seit 1865 ist sie nicht mehr Pfarrkirche; heute finden hier die meisten Totenfeiern der Gemeinde statt.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Neue Pfarrkirche St. Ulrich, Dr.-A.-Heinzle-Straße 36, 6840 Götzis
ExistiertSeit 1865 die Pfarrkirche. In ihre Zeit fallen die Hochzeit von Johann Lampert und Franziska Bell 1895 und die Taufe ihres Sohnes Othmar 1909.
Heute: erbaut 1862–1865 nach Plänen von Anton Geppert. Das amtliche Adressregister führt das Gebäude als „Kirche zu St Ulrich“ unter Dr.-A.-Heinzle-Straße 36.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
St. Arbogast, Montfortstraße 81, 6840 Götzis — „ad S. Arbogastum“
ExistiertHier heirateten am 8. April 1777 Georg Lampert aus Tobel und Katharina Bell „ex Meschach“ — nicht in der Pfarrkirche, sondern in der Wallfahrtskirche an der Straße nach Klaus. Die beiden waren blutsverwandt und brauchten dafür einen kirchlichen Dispens. Vorfahren der Brüder Johannes, Thomas und Michael in der 6. Generation.
Heute: Die Kirche wird 1473 erstmals genannt, um 1710 vergrößert und 1721 geweiht — sie hatte 1777 also schon ihre heutige Form. Im Adressregister: „Filialkirche zu St. Arbogast“, Montfortstraße 81. Daneben liegt heute das Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Feldkirch und das Rheintal 7 Orte
Die Seite der Mutter: die Hehle, Fiel, Spalt und Pümpel in Nofels, dazu Rankweil und Tisis. Nofels war damals ein Dorf der Gemeinde Altenstadt und gehört seit 1925 zur Stadt Feldkirch. Seine alten Hausnummern sind durch Straßennamen ersetzt — mit dem Kataster von 1857 lassen sich die Häuser der Familie aber auf den Meter genau wiederfinden.
Altenreuteweg 1a, 6800 Feldkirch — damals „Nofels Nr. 41 b“
Existiert — neue AdresseDie erste bekannte Adresse von Johann Hehle, Schmied, und Theresia Öhry aus Liechtenstein. Hier kamen 1869 Johann jun. und 1870 Gebhard zur Welt — der Gebhard, der später nach Berlin ging. Und schon 1843 hatten von „Nofels Nr. 41“ aus Johann Spalt und Catharina Pümpel geheiratet — die Großeltern der Juliana Fiel. Zwei Familien, die sich erst 1899 verbinden sollten, im selben Haus.
Heute: Im Kataster von 1857 ist Nr. 41 ein Doppelhaus: 41/a (Bauparzelle 60) und 41/b (Bauparzelle 59). Die Parzelle 60 trägt heute die Adresse Altenreuteweg 1a, die Parzelle 59 ist darin aufgegangen. Dass das Haus 1843 noch ungeteilt war, ist anzunehmen, aber nicht belegt.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Altenreuteweg 4, 6800 Feldkirch — damals „Nofels Nr. 40“
Existiert — neue AdresseVon 1871 an wohnte die Familie Hehle auf Nr. 40. Hier wuchs Martin Hehle auf, geboren am 9. November 1873 — und als er am 10. April 1899 die Juliana Fiel heiratete, wohnte er noch immer hier. Martin und Juliana sind die Urgroßeltern der Brüder Johannes, Thomas und Michael auf der Seite der Mutter.
Heute: Nr. 40 ist im Kataster von 1857 die Bauparzelle 61 (damals Eigentum des Maurers Valentin Vonbrüll). Sie trägt heute die Adresse Altenreuteweg 4. Dass die Nofler Zählung von 1857 noch 1872 galt, zeigt der Fall der Familie Spalt (siehe Nr. 50).
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
bei Magdalenastraße 3, 6800 Feldkirch — damals „Nofels Nr. 29“
Lage bekanntHier starb am 20. Dezember 1875 Johann Hehle, Schmied, 38 Jahre alt, an Tuberkulose — Ururgroßvater der Brüder Johannes, Thomas und Michael. Einen Monat später, am 22. Jänner 1876, kam im selben Haus sein jüngster Sohn Alois zur Welt; der Pfarrer schrieb ins Taufbuch „Posthumus“ — nachgeboren. Alois lebte nur bis zum 1. Juli. Theresia, 29 Jahre alt, blieb mit den kleinen Kindern allein.
Heute: Nr. 29 ist im Kataster von 1857 die Bauparzelle 68 — damals das Haus des Johann Georg Fiel. Vierundzwanzig Jahre nach Johanns Tod heiratete sein Sohn Martin eine Juliana Fiel. Die Parzelle gibt es als eigenes Grundstück nicht mehr; das Haus stand an der Einmündung der heutigen Magdalenastraße in die Rheinstraße, etwa bei Magdalenastraße 3.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
zwischen Rheinstraße 40 und Schmittengässele 4, Feldkirch — damals „Nofels Hs.-Nr. 50“
Lage bekanntMartin Fiel war 44 Jahre alt und noch ledig, als er am 8. April 1872 die 24-jährige Witwe Magdalena Spalt heiratete. Zwei Jahre später kam ihre Tochter Juliana zur Welt, die spätere Frau von Martin Hehle. Martin Fiel und Magdalena Spalt sind Ururgroßeltern der Brüder Johannes, Thomas und Michael.
Heute: Im Kataster von 1857 ist Nr. 50 das Haus des Johann Spalt — Magdalenas Vater. Martin Fiel ist also ins Haus seiner Schwiegereltern gezogen. Die Bauparzelle 52 besteht heute nicht mehr als eigenes Grundstück; sie lag zwischen Rheinstraße 40 und Schmittengässele 4. Seine Mutter, die Witwe des Anton Fiel, lebte 1857 ein paar Häuser weiter auf Nr. 59 — heute etwa Rheinstraße 43.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Alte Pfarrkirche Mariä Heimsuchung, Feldkirch-Nofels
Kirche existiertDie Kirche der Nofler Familien: Hier wurden die Hehle-Kinder getauft, und hier heirateten 1843 Spalt und Pümpel, 1872 Fiel und Spalt, 1899 Hehle und Fiel und 1904 Johann Hehle jun. und Bata Breuß.
Heute: Die alte Kirche wurde 1726–1728 gebaut und 1730 geweiht; eine eigene Pfarre ist Nofels seit 1723. Um 1960 kam westlich davon eine neue Pfarrkirche dazu, die alte blieb stehen. Seit 1925 gehört Nofels zur Stadt Feldkirch.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Tisis, 6800 Feldkirch — keine Hausnummer überliefert
Ort existiertHier wohnte Josef Anton Mathies zuletzt, der Zimmermann und Bauer aus Warth — Urgroßvater der Brüder Johannes, Thomas und Michael. Er starb am 16. April 1954 in Feldkirch.
Heute: Tisis ist seit 1925 ein Stadtteil von Feldkirch, direkt an der Grenze zu Liechtenstein.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Basilika am Liebfrauenberg, 6830 Rankweil — „ad aedem B. M. V.“
Kirche existiertHier heiratete am 25. Mai 1750 der Witwer Jacobus Lampert aus Tobel ein zweites Mal: Ursula Bayer, selbst Witwe, aus Koblach. Seine erste Frau Anna Maria war ein halbes Jahr zuvor gestorben, und zu Hause warteten kleine Kinder. Der Götzner Pfarrer Thomas Ingold kam eigens mit.
Heute: Die Wallfahrts- und Pfarrkirche Unsere Liebe Frau Mariä Heimsuchung steht auf dem Felsen über Rankweil; sie wurde ab 1470 aus einer Wehrkirche ausgebaut und ist seit 1985 Basilika.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Arlberg und Tirol 5 Orte
Die Mathies aus Warth, die Raich aus Fließ — und Stuben, wo sich beide trafen. Warth und Stuben haben bis heute keine Straßennamen, nur Hausnummern. Das heißt aber nicht, dass die Nummern gleich geblieben sind: In Stuben ist das „Haus 9“ von 1857 heute Stuben 36.
Warth 23, 6767 Warth
ExistiertDas Haus der Mathis — Felix Mathies und Maria Anna Strolz, Ururgroßeltern der Brüder Johannes, Thomas und Michael. Ihr Sohn Josef Anton kam am 8. November 1868 in Warth zur Welt. Im Spätsommer 1883 traf es die Familie hart: Die zweijährige Theresia starb am 24. August, ihr Bruder August Robert am 5. Oktober, beide an Scharlach, beide auf Haus 23 — und dazwischen, am 26. August, der 17-jährige Josef.
Heute: Warth hat bis heute keine Straßennamen, nur Hausnummern — und Warth 23 steht im amtlichen Adressregister. Ob die Nummer seit 1883 dieselbe geblieben ist, ließ sich nicht belegen.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Stuben 36 oder Stuben 9, 6762 Stuben am Arlberg — damals „Stuben Haus 9“
Zwei KandidatenDas Geburtshaus von Rosa Mathies, 5. August 1910 — die Großmutter der Brüder Johannes, Thomas und Michael. Ihre Eltern Josef Anton Mathies und Maria Raich hatten 1899 hier in Stuben geheiratet.
Heute: Stuben kennt bis heute nur Hausnummern — aber sie wurden neu vergeben. Im Kataster von 1857 ist „Haus 9“ die Bauparzelle 208 (Erben des Johann Josef Alsmann), und die trägt heute die Adresse Stuben 36. Die heutige Adresse Stuben 9 liegt auf einem anderen Grundstück. Welche Zählung 1910 galt, ist offen.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Pfarrkirche Mariä Geburt, Stuben am Arlberg
Kirche existiertHier heirateten am 6. November 1899 Josef Anton Mathies aus Warth und Maria Raich, eine ledige Dienstmagd aus dem Tiroler Oberinntal — die Urgroßeltern der Brüder Johannes, Thomas und Michael.
Heute: Die Kirche wurde 1507 geweiht, 1666 zur Pfarrkirche erhoben und bekam 1696 ihr barockes Langhaus.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Fließ, 6521 Fließ, Tirol — keine Hausnummer überliefert
Ort existiertHier kam am 13. August 1873 um sechs Uhr früh Maria Raich zur Welt und wurde noch am selben Tag getauft — Tochter des Bauern Peter Raich und der Filomena Raich. Als Dienstmagd ging sie über den Arlberg nach Stuben. Sie starb am 13. April 1951; ihr Sterbetag steht als Randvermerk bis heute in ihrem Fließer Taufeintrag.
Heute: Fließ im Bezirk Landeck hat rund 3.100 Einwohner, verteilt auf Dorf, Eichholz, Hochgallmigg, Niedergallmigg, Urgen, Piller und viele kleine Weiler. Wo genau der Hof der Raich stand, sagt der Taufeintrag nicht.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Heilig-Kreuz-Kirche, St. Peterstraße 2, 6700 Bludenz
ExistiertHier heirateten am 17. Oktober 1938 Othmar Lampert aus Tobel und Rosa Mathies aus Stuben — die Großeltern der Brüder Johannes, Thomas und Michael. Die Kirche war damals erst vier Jahre alt.
Heute: gebaut 1932–1934 nach Plänen von Albert Otto Linder, seit 1939 Stadtpfarrkirche. Das Adressregister führt sie unter St. Peterstraße 2.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Schweiz, Liechtenstein, Berlin 3 Orte
Zwei Herkunftsorte jenseits der Grenze und eine Adresse, an die man nicht denken würde: ein Nofler Bub, der 1903 in Berlin heiratete.
Altstätten, Kanton St. Gallen — im Sterbebuch „v. Altstätt[en]“
Herkunft vermutetAls Johann Hehle 1875 in Nofels starb, schrieb der Pfarrer dazu „von Altstätten“. Der Schmied kam also sehr wahrscheinlich von der Schweizer Seite des Rheins. Ururgroßvater der Brüder Johannes, Thomas und Michael.
Heute: Altstätten ist die Kleinstadt im St. Galler Rheintal, rund 12.000 Einwohner. Ein Geburtshaus ist nicht bekannt — sein Taufeintrag ist noch nicht gefunden.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Mauren, Fürstentum Liechtenstein — keine Hausnummer überliefert
Ort existiertHier wurde am 15. Oktober 1846 Theresia Öhry geboren, die Frau des Schmieds Johann Hehle. Sie wurde mit 29 Witwe, zog ihre Buben in Nofels groß und starb dort am 3. März 1911. Ururgroßmutter der Brüder Johannes, Thomas und Michael.
Heute: Mauren ist eine Gemeinde im Liechtensteiner Unterland; zu ihr gehört Schaanwald, der Grenzort gegenüber Feldkirch-Tisis.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Luitpoldstraße 48, 10781 Berlin-Schöneberg
ExistiertGebhard Hehle, geboren 1870 in Nofels, arbeitete als Zementarbeiter in Berlin. Als er am 4. Februar 1903 vor dem Standesamt Schöneberg die Clara Mross heiratete, gab er diese Adresse an. Er war der Bruder des Urgroßvaters Martin Hehle.
Heute: Die Adresse steht im amtlichen Berliner Adressverzeichnis. Das Nachbarhaus Nr. 47 ist ein denkmalgeschütztes Mietshaus von 1897/98 — die Straße sah 1903 also schon aus wie heute. Ob Nr. 48 selbst noch der Bau von damals ist, wurde nicht geprüft.
Beleg im Stammbaum & Prüfquelle
Legende
Fünf Korrekturen, die diese Liste verändert haben
- Meschach 17 statt Meschach 9. Josepha Lampert, die Großmutter der Franziska Bell, stammt aus dem Haus des Johann Lampert und der Ignatia Dobler. Auf Nr. 9 wuchs eine zweite, gleichaltrige Josepha auf — die Verwechslung hat lange in die falsche Familie geführt.
- Tobel statt Altach. Georg Lampert wurde 1749 in Tobel getauft. Das Ehepaar Georg Lampert und Maria Martin „de Altach“, das lange als seine Eltern galt, ist eine andere Familie.
- Bludenz statt Stuben. Othmar Lampert und Rosa Mathies haben 1938 in der Heilig-Kreuz-Kirche in Bludenz geheiratet, nicht in Stuben.
- Möschach 356 statt „23 oder 33“. Die Taufe von Franz Joseph 1836 steht im Taufbuch auf „Möschach 356“ — demselben Haus, in dem sein Vater, der Schullehrer, 1843 starb. Damit ist auch klar: Johann Michael war bei der Geburt wirklich 57. Ein zweiter Johann Michael Langgart, der als Vater in Frage gekommen wäre, war schon 1832 mit 36 Jahren gestorben.
- Fließ in Tirol. Maria Raichs Heimat war lange unbekannt; ihr Taufeintrag von 1873 steht im Taufbuch von Fließ im Oberinntal.
Wenn du es ganz genau wissen willst
- Österreich: erledigt. Alle heutigen Adressen wurden im BEV-Adressregister (Stichtag 1.4.2026) einzeln nachgesehen — für Götzis, Feldkirch, Klösterle, Warth und Bludenz.
- Kataster 1857: erledigt. Die Nummern aus der Zählung von 1857 — Meschach 414 und 415, Nofels 29, 40, 41 und 50 — sind über das Bauparzellenprotokoll den heutigen Grundstücken zugeordnet.
- Götzis, offen: Für die Zählung von etwa 1829–1854 (Möschach 342, 356, 361, 365), die alten Nummern vor 1820 und die späte Tobler Zählung (291, 343) fehlt noch das passende Häuserverzeichnis — zu suchen im Gemeindearchiv Götzis und im Vorarlberger Landesarchiv.
- Warth und Stuben: Welche Zählung 1883 in Warth und 1910 in Stuben galt, ist offen. Die Katasterzahl für Warth steht noch aus; in Stuben ist „Haus 9“ von 1857 heute Stuben 36.
- Fließ und Altstätten: Die Hausnummer der Raich könnte das Fließer Traubuch nennen; zu Johann Hehle fehlt noch der Taufeintrag in Altstätten.
- Berlin: Die Berliner Adressbücher von 1903 würden zeigen, wer damals in der Luitpoldstraße 48 gemeldet war.
Zusammengestellt aus den Linien-Dateien, der Belegprüfung und den Belegbildern im Projektordner „Stammbaum Lampert“. Die erzählte Familiengeschichte steht auf der Seite Von Tobel nach Feldkirch.
