Wallfahrtskirche Beata Vergine Assunta

Über Monrupino und Col

Monrupino (italienisch) bzw. Repentabor (slowenisch) liegt ca. 9 km nordwestlich von Triest hinter Opicina und ist ein verstecktes Juwel direkt an der Grenze zu Slowenien. Die Gemeinde umfasst drei Ortsteile:

  • Fernetti (slowenisch Fernetiči), das du wahrscheinlich als Grenze kennst, wenn du von Ostösterreich nach Triest fährst
  • Col (slowenisch Zolla), dem Sitz der Gemeindeverwaltung und
  • Repen (slowenisch Repen).

Die Landschaft, die traditionelle Karstarchitektur und die starke slowenische kulturelle Prägung sind unbedingt einen Ausflug wert. Hier hörst du mehr Slowenisch als Italienisch, entdeckst die wilde Natur des Karst und kannst super Weine und extrem gutes Essen genießen.

In dieser Gegend gibt es einige schöne Plätze zu erkunden, über die wir dir in diesem Beitrag mehr erzählen🤩:

  • Die Strada dei Poeti, die dich mit Erinnerungen an die drei Poeten Srečko Kosovel, Umberto Saba und Igo Gruden durch den Karst führt
  • Die der Heiligen Jungfrau gewidmete Wallfahrtskirche Beata Vergine Assunta, die 1512 erbaut wurde und auf einem Hügel mit Blick auf den Golf von Triest liegt.
  • Alle zwei Jahre findet dort Ende August die traditionelle „Nozze Carsiche“ (Karsthochzeit) statt, ein Volksfest, das die Hochzeitstraditionen der slowenischen Karstregion feiert.
  • Das Karsthaus in Rupingrande, ein typisches Haus aus dem 19. Jahrhundert mit den typischen architektonischen Besonderheiten der ländlichen Tradition des Karsts.
  • Traditionelle Gasthäuser mit lokalem Essen – fatta al casa, hausgemacht! Eine Geheimtipp-Empfehlung haben wir für dich mit.

Die Strada dei Poeti

Von Col kommend beginnst du mit der Station von Srečko Kosovel – lies die Inschriften und lass dich inspirieren! Der Weg ist insgesamt ca. 1 km lang und führt dich in Ruhe und Stille durch die Natur und den zwei weiteren Dichterstationen bis zur Wallfahrtskirche und der kleinen Festung von Monrupino. Dort hast du einen wunderschönen Ausblick auf das Gebirge im Norden, Slowenien im Norden und Osten und auf den Karst Richtung Triest und den Golf von Triest. Bei guter Sicht kannst du sogar Grado entdecken!

Diese ursprünglich einzige Straße unter der Festung (Rocca/Tabor) hat möglicherweise sogar vorrömische Ursprünge. Der Tabor von Monrupino/Repen ist ein wahres Geschichtsbuch: Hier finden sich Überreste einer bronzezeitlichen Wallburg (Castelliere), die bereits der berühmte Archäologe Marchesetti erforschte, und die heutige Anlage geht auf Umbauten aus dem 19. Jahrhundert zurück, die teilweise die ursprünglichen Verteidigungsstrukturen aus dem 15. Jahrhundert überdeckten.

Die Strada dei Poeti verlor ihre Wichtigkeit erst in den 1930er Jahren, als ein Felsdurchbruch die Umfahrung über Col überflüssig machte, und die weniger als einen Kilometer lange asphaltierte Strecke im Wald geriet fast in Vergessenheit.

Anfang der 2000er Jahre entschied Bürgermeister Krizmann, diese historische Straße zu restaurieren und in einen Kulturweg zu verwandeln – mit einer wunderschönen Vision: Drei Dichter sollten nicht nur die einzigartige Poesie dieser Landschaft repräsentieren, sondern auch eine Botschaft des Zusammenlebens und Respekts zwischen italienischer und slowenischer Kultur vermitteln.

Wer war Srečko Kosovel?

Srečko Kosovel (1904–1926) war ein bedeutender slowenischer Dichter, der als eine der zentralen Figuren der modernen slowenischen Literatur gilt. Sein Werk zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Vielseitigkeit aus und umfasst Impressionismus, Expressionismus, Dadaismus und vor allem Konstruktivismus.

Kosovel wurde am 18. März 1904 in Sežana, im slowenischen Karstgebiet in der Nähe von Col, geboren. Seine Familie zog 1908 nach Tomaj, einem kleinen Dorf im Karst. Sein Vater, Anton Kosovel, war Lehrer und Chorleiter, der jedoch nach der Annexion des österreichischen Küstenlandes durch Italien 1920 nicht mehr in der slowenischen Sprache unterrichten durfte. Kosovels Mutter, Katarina, förderte die künstlerischen Talente ihrer Kinder. Während des Ersten Weltkriegs wurde Kosovel 1916 nach Ljubljana geschickt, um der Nähe zur Front zu entkommen. Dort begann er 1922 ein Studium der Romanistik, Slavistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Ljubljana.

Kosovel engagierte sich zunehmend politisch und setzte sich für die Rechte der slowenischen Minderheit in Italien ein. Er starb 1926 im Alter von nur 22 Jahren an Meningitis. Trotz seines frühen Todes hinterließ er über 1000 Gedichte und gilt als zentrale Figur der modernen slowenischen Literatur. Heute wird sein Werk in Slowenien hochgeschätzt, und das Jahr 2026 wurde zu seinem Gedenkjahr erklärt.

Eines von Srečko Kosovels bekanntesten Gedichten ist „Kons“ (Konstruktion). Es gehört zu seinen konstruktivistischen Arbeiten und ist für seine experimentelle Sprache und visuelle Struktur bekannt.

Wer war Umberto Saba?

Umberto Saba (*9. März 1883 in Triest; †25. August 1957 in Gorizia) war ein bedeutender italienischer Dichter und Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Geboren als Umberto Poli in eine jüdische Familie, wuchs er in Triest auf, nachdem sein Vater die Familie vor seiner Geburt verlassen hatte. Seine Kindheit war geprägt von der Abwesenheit des Vaters und der engen Bindung zu seiner katholischen Amme, Gioseffa Gabrovich Schobar, die ihm möglicherweise auch sein Pseudonym „Saba“ inspirierte.

Saba begann früh mit dem Schreiben von Gedichten und veröffentlichte 1911 seine erste Sammlung unter dem Titel „Poesie“. Sein Hauptwerk, das „Canzoniere“ (1921), ist eine umfangreiche Sammlung von Gedichten, die sein Leben und seine inneren Konflikte widerspiegeln. Die Gedichte zeichnen sich durch eine klare, einfache Sprache aus und behandeln Themen wie Liebe, Verlust, Identität und die Stadt Triest.

Während des Ersten Weltkriegs diente Saba in der italienischen Armee, was zu gesundheitlichen Problemen und psychischen Belastungen führte. In den 1930er Jahren, nach der Einführung der italienischen Rassengesetze, emigrierte er mit seiner Familie nach Frankreich und kehrte später nach Italien zurück, wo er während des Zweiten Weltkriegs untertauchen musste, um der Verfolgung zu entgehen.

Nach dem Krieg kehrte Saba nach Triest zurück, wo er eine Antiquariatsbuchhandlung betrieb. Er wurde für seine literarischen Verdienste mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Premio Viareggio und einem Ehrendoktortitel der Universität Rom. Sein Werk bleibt ein bedeutender Beitrag zur italienischen Literatur des 20. Jahrhunderts.

Wer war Igo Gruden?

Igo Gruden (*18. April 1893 in Nabrežina, Österreich-Ungarn; †29. November 1948 in Ljubljana) war ein bedeutender slowenischer Dichter, Übersetzer und Jurist. Er wuchs im slowenischen Karstgebiet auf und studierte Rechtswissenschaften in Wien, Graz und Prag.

Während des Ersten Weltkriegs diente er in der k.u.k. Armee und wurde bei der neunten Isonzoschlacht schwer verwundet. Nach dem Krieg engagierte er sich politisch und war in der Verbreitung antifaschistischer Ideen unter slowenischen Intellektuellen aktiv. 1922 wurde er von den italienischen Behörden verhaftet und nach Jugoslawien deportiert. In Ljubljana setzte er sein Studium fort und arbeitete als Anwalt. In den 1930er Jahren war er Mitglied des slowenischen PEN-Clubs und veröffentlichte mehrere Gedichtbände, darunter Narcis (1920) und Littoral Poems (1920).

Seine Gedichte behandeln Themen wie Identität, Heimat und Widerstand. Während des Zweiten Weltkriegs war er Mitglied der Partisanenbewegung und wurde von den italienischen Besatzungstruppen interniert, unter anderem im Konzentrationslager Rab. Nach dem Krieg kehrte er nach Ljubljana zurück und arbeitete für den slowenischen Zweig des jugoslawischen Rundfunks. Für sein literarisches Werk erhielt er 1947 den Prešeren-Preis, die höchste slowenische Auszeichnung für Literatur. Er starb 1948 in Ljubljana.

Die Wallfahrtskirche Monrupino Beata Vergine Assunta

Die Wallfahrtskirche Beata Vergine Assunta in Monrupino (italienisch: Santuario di Santa Maria Assunta) wurde 1512 auf dem Hügel von Monrupino errichtet und dem Hochfest Mariä Himmelfahrt geweiht.

Der Bau fand auf einem sogenannten „tabor“ statt – einer befestigten Siedlung, die im Karstgebiet zum Schutz vor türkischen Überfällen errichtet wurde. Bereits 1316 ist eine Kapelle an diesem Ort dokumentiert.

Die heutige Kirche wurde 1512 geweiht und 1750 restauriert. Der markante Campanile (Glockenturm) wurde 1802 an die Fassade angebaut. Seit 1857 ist Monrupino eine eigenständige Pfarrei, und 2012 wurde die Kirche zum Diözesanen Wallfahrtsort erhoben.

Die Kirche ist ein beeindruckendes Beispiel für die sakrale Architektur des Karstgebiets.

Im Inneren befinden sich eine barocke Altaranlage mit einer Madonna mit Kind sowie Gemälde aus dem 19. Jahrhundert, darunter Darstellungen der Heiligen Dreifaltigkeit und des heiligen Rochus. Der Hochaltar ist mit einer Statue von Mose und den Zehn Geboten geschmückt.

Genieße den Ausblick auf dem Tabor – er ist unglaublich!

Alle zwei Jahre, traditionell Ende August, findet hier übrigens vor der Kirche die „Karsthochzeit“ statt – ein lebendiges Volksfest, das die Hochzeitstraditionen der Region feiert. Dabei werden Trachten getragen, traditionelle Tänze aufgeführt und die lokale Kultur lebendig gehalten.

Was ist ein Karsthochzeit?

Eine Karsthochzeit („Poroka po Kraško“ auf Slowenisch) ist weit mehr als nur eine Hochzeitsfeier – sie ist ein mehrtägiges Fest, das die ganze Dorfgemeinschaft einbezieht und jahrhundertealte Traditionen zum Leben erweckt. Die Braut erscheint im prächtigen „Kraška noša“, dem traditionellen Karstkostüm mit seiner charakteristischen weißen Bluse, dem kunstvoll bestickten bunten Mieder und dem schwingenden Rock. Der Bräutigam trägt den eleganten schwarzen Anzug mit roter Schärpe und dem typischen Karsthut – ein Anblick, der direkt aus einem Märchenbuch zu stammen scheint.

Das Besondere: Die Hochzeit folgt uralten Ritualen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Da ist der „Svatje“ (Hochzeitsbitter), der in traditioneller Tracht von Haus zu Haus geht und die Gäste persönlich einlädt. Es gibt den feierlichen Umzug durch das Dorf, begleitet von der „Godba“ (der traditionellen Blaskapelle), die volkstümliche Weisen spielt. Fahnenträger, Musikanten und die ganze Dorfgemeinschaft verwandeln die Straßen in eine Bühne lebendiger Geschichte.

Nähere Informationen über den Ablauf einer Karsthochzeit (sehr spannend!) findest du hier!

Unser Geheimtipp zur kulinarischen Krönung: Wo Tradition auf den Tisch kommt

Das Ristorante Carso in Col ist ein authentischer Familienbetrieb, der die Seele der Karstküche verkörpert. Es ist ein traditionelle Gasthaus seit den frühen 1900-Jahren und die Atmosphäre ist so herzlich, wie man sie sich in einem echten Lokal wünscht. Lass dich von außen nicht abschrecken, das Restaurant ist der Hammer und ein echter Geheimtipp unter Einheimischen!

Unser absolute Star neben dem guten Essen ist der Terrano – dieser rubinrote Charakterwein aus der Refosco dal Peduncolo Rosso-Traube wird oft als „Blutwein des Karsts“ bezeichnet. Seine lebendige Säure und die an Eisen erinnernde Mineralität (die Terra Rossa lässt grüßen!) passen perfekt zur deftigen regionalen Küche. Ein Glas Terrano mit Blick auf die Karstlandschaft – das ist pure Lebensfreude und ein Geschmackserlebnis, das du nicht vergessen wirst!

Hier findest du nähere Infos und die Möglichkeit, einen Tisch zu reservieren: Restaurant Carso

Warum sich dieser poetische Geheimtipp lohnt – Dein inspirierendes Fazit

Die Strada dei Poeti verbindet auf einzigartige Weise Literatur, Landschaft und Geschichte. Hier findest du das authentische Italien abseits der Touristenmassen – eine Region, die ihre Seele bewahrt hat und Besucher*innen wie alte Freunde empfängt. Der kurze Aufstieg zur Festungskirche belohnt dich mit einem Panorama, das von der Karstlandschaft bis zur Adria reicht, und im Ristorante Carso wartet ein Terrano, der nach Tradition und Heimat schmeckt.

Es ist diese Mischung aus wilder Natur, lebendiger Kultur und herzlicher Gastfreundschaft, die den Triester Karst zu einem der schönsten Geheimtipps Italiens macht. Ein Ort, der Dichter inspiriert und Besucher*innen verzaubert – und nach dem du garantiert wiederkommen möchtest. Denn manche Orte muss man nicht nur einmal erleben, sondern immer wieder neu entdecken.